Kevin erblickte am 07.12.1988 4 Minuten vor seiner Zwillingsschwester Mandy in Eschweiler das Licht der Welt. Auf diese 4 Minuten war Kevin immer stolz. Er war der große Bruder und wollte seine Schwester immer vor allem und jedem beschützen.  

Die beiden erlebten eine wunderbare Kindheit miteinander, in der sie fast alles gemeinsam machten. Natürlich gab es wie bei allen Geschwistern auch mal streit, doch immer wusste der eine, dass er sich auf den anderen verlassen konnte. 

Aufgewachsen sind sie in Eschweiler, wo sie zusammen in den Kindergarten und später auch in die Schule gegangen sind. 

Kevin war ein Kind, für den es das schönste war, draußen mit seinen Freunden und seiner Schwester zu spielen. Er liebte es draußen rum zu ströven. Egal was für ein Wetter draußen war. Sogar Regen konnte ihn nicht davon abhalten, draußen zu sein. Es kam auch schon mal vor, dass Kevin einfach mal so in der Inde schwimmen gegangen ist. Wenn er dann nach Hause kam und man eigentlich mit ihm schimpfen wollte, konnte man es nicht wenn er einen dann mit seinem süßen, schüchternen und verträumten Blick ansah.

Kevin war ein Kind, das das Abenteuer liebte. So kam es auch das Kevin einige Zeit bei den Pfadfindern mitmachte. Eine Geschichte, die Kevin zu diesem Thema immer wieder gerne erzählte war, die Geschichte, wo er mit den Pfadfindern eine Reise nach Frankreich unternommen hatte. Auf der Rückfahrt ist es dann passiert, mitten auf dem Weg von Frankreich nach Deutschland machte der Bus rast an irgendeinem französischen Rastplatz. Da Kevin ja das Abenteuer liebte, konnte er es sich auch dort nicht nehmen lassen, mal zu sehen, was französische Rastplätze so zu bieten haben. Als er von seiner Entdeckungsreise zurückkam, hatten sich die anderen auch wieder auf die Reise gemacht, auf die Heimreise! Der arme Kerl stand jetzt da, Mutterseelen allein auf einem Rastplatz, wo er die Sprache nicht kannte und noch nicht mal jemandem bescheid sagen konnte, was geschehen ist…… Zum Glück war Kevin immer jemand, der die Gruppe unterhielt uns so merkten die anderen schon bald, dass sie etwas in Frankreich vergessen hatten, sie drehten um, holten ihn ab und die Reise ging für alle doch noch schön zu ende.

Eine Sache die Kevin und Mandy immer gerne mit ihren Freunden gemacht haben, war es auf dem Hohen Stein Hütten zu bauen und dort viel Zeit zu verbringen. Sie haben dort zusammen rumgetobt, gepicknickt und einfach eine tolle Zeit miteinander verbracht.

Eine andere große Leidenschaft von Kevin war das Angeln, die Begeisterung dafür hat er von seinem Vater. Für beide war es immer etwas ganz besonderes morgens bei Dunkelheit aus dem Haus zu gehen und bis abends am Angelweiher zu sitzen und zu angeln. Als Kevin und Mandys 9 Jahre jüngerer Bruder  Tobias auch in das Alter kam, wo er sich fürs Angeln interessierte, haben sie ihre Angelausflüge oft zu dritt unternommen. Kevin war immer stolz, wenn er Tobi etwas Neues beigebracht hatte oder wenn er ihm einiges übers Angeln und über die verschiedenen Tricks, die man beim Angeln so anwendet erklären konnte. Leider fehlte Kevin in den letzten Jahren oft die Zeit dazu.

Kevin war seine Familie sehr wichtig, ganz besonders gerne mochte er seine Cousins Patrick und Domenik. Er war immer stolz, wenn sie ihn mit in die Disco nahmen oder so mit ihm weggegangen sind. Er brüstete sich vor seinen Freunden immer damit, dass Patti und Domme seine Cousins sind.

Ein ganz besonderes Verhältnis hatte er zu seiner Lieblingscousine Jenny. Mit ihr und dem gemeinsamen Freundeskreis verbrachte er in den letzten beiden Jahren sehr viel Zeit, so auch seinen letzten Abend auf dieser Erde.

Kevin war ein Mensch, der nie Probleme hatte Kontakte zu knüpfen. Überall wo Kevin hinkam wurde er gemocht. So kam es auch, dass er bei den Mädels sehr beliebt war. Die Mädels liefen ihm bereits in der Grundschule hinterher. Seine erste Liebe hieß Jennifer, da war Kevin 6 Jahre alt und in der ersten Klasse. Diese Kinderliebe dauerte die gesamte Grundschulzeit. Jedes Jahr zum ersten Mai hat Kevin der Jennifer mit seinem Vater zusammen einen Maibaum gesteckt. Er war immer stolz, wenn er an ihrem Haus vorbei kam und sein Werk bewundern konnte.  Nach Jennifer hatte Kevin mehrere Freundinnen, bis er dann im Alter von 14 Jahren Cally kennen lernte. Die beiden führten eine 4-jährige Beziehung, in der sie viele Höhen und Tiefen miteinander durchlebten. Zu Callys Familie hat Kevin immer ein tolles Verhältnis gehabt. Nach der Trennung waren die beiden immer noch wichtig für einander und hielten die ganze Zeit Kontakt.

Zu Kevins Charaktereigenschaften kann man sagen, dass er ein sehr zielstrebiger und ehrgeiziger Mensch war. Was Kevin sich vornahm erreichte er auch.

Kevin war ein durchschnittlicher Schüler, der auch gerne mal die Hausaufgaben vergaß. Dies änderte sich jedoch in seinen letzten beiden Schuljahren, da gab Kevin richtig gas. Seine Lehrer sahen in ihm einen zugänglichen, kontaktfreudigen Schüler, der manchmal temperamentvoll und manchmal versonnen war. Für die jüngeren Schüler fungierte Kevin als Vorbild. Er übernahm die Patenschaft für die 5-Klässler und begleitete sie zu Klassenausflügen. In seinem letzten Jahr war Kevin Schülersprecher. Er setzte sich sehr für seine Mitschüler ein. So eröffnete er zusammen mit dem Hausmeister das Schulkiosk. Für dieses Projekt setzte er sich auch in seiner Freizeit ein, in dem er Einkäufe für das Kiosk erledigte, die Arbeitseinteilung plante und die Abrechnung durchführte.

Kevin war seine Zukunft und sein späteres Leben sehr wichtig. Er wusste, wenn man im Leben etwas erreichen will, muss man auch dafür arbeiten. Und dies tat er. So kam es auch, dass  Kevin und ein weiterer Schüler die einzigen  von insgesamt 80 Schulabgängern waren die nach Abschluss der Schule direkt einen Ausbildungsplatz hatten. Kevin machte eine Ausbildung als Fahrradmonteur bei der Fa. Henrotte in Eschweiler. Diese Stelle bekam er, da er während der Schulzeit ein Praktikum in diesem Betrieb absolvierte und dort durch seinen Ehrgeiz, sein Geschick und seinen Spaß an der Arbeit überzeugte.

Nach der Ausbildung fing Kevin, in dem Betrieb an, in dem auch sein Vater schon seit vielen Jahren arbeitet. Schon von klein an, wollte Kevin in die Fußstapfen seines Vaters treten. Für diesen Traum nahm Kevin sogar in Kauf erstmal über eine Zeitarbeitsfirma in dieser Firma zu arbeiten. Obwohl er wusste, dass er nur ein drittel von dem Lohn erhalten hatte, den die festangestellten Arbeiter für die gleiche Arbeit bekommen. Heute wissen wir, dass er kurz davor stand sein Ziel zu erreichen. Er hätte zwei Monate nach seinem Tod eine Einstellung über die Firma erhalten. Davon hatte er immer geträumt.

Ein weiterer Traum von Kevin war, endlich Auto fahren zu können. So machte er bereits mit 17 Jahren den Führerschein. Das war die Zeit, in der er sehr viel Zeit mit seiner Mutter verbracht hat. Da er mit 17 Jahren ja noch nicht alleine fahren durfte, hat er seine Mutter überall hingefahren. Die Fahrten waren für beide etwas ganz besonderes. Kevin war so stolz am Steuer zu sitzen. Denn auch hier war er wieder der einzige von seinen Freunden, der dies in diesem Alter geschafft hat.

Kevin verbrachte auch gerne sehr viel Zeit mit seinen Freunden. Für seine Freunde war Kevin nicht nur irgend ein Freund. Für seine Freunde war Kevin ein ganz besonderer Mensch. Jemand, der für seine Freunde einsteht, der zu jeder Tages und Nachtzeit für seine Freunde erreichbar war.

Kevin war jemand, der nicht nur gut zuhören konnte, er steckte jeden Menschen mit seiner Lebensfreude an. Wenn Kevin da war wurde jedes einfache Treffen zu etwas ganz besonderen. Durch seinen Humor und seine coole Art brachte er seine Freunde sehr oft zum lachen.

Alles lief gut, bis Kevin am 04.04.2008 unschuldig und völlig Sinnlos dieser brutalen Tat zum Opfer fiel und auf offener Straße erstochen wurde.

Mir fällt es sehr schwer über Kevin in der Vergangenheitsform zu schreiben, so groß ist der Schmerz zu wissen, dass er nicht mehr zurückkommt.

Kevin und ich hatten auch eine ganz besondere Bindung zu einander. Von seinem vierzehnten bis zu seinem siebzehnten Lebensjahr haben wir fast jede freie Minute miteinander verbracht. In den letzten beiden Jahren ließ der Kontakt etwas nach, aber wir wussten beide, dass wir immer aufeinander zählen konnten. Kevin war und ist, ein ganz besonderer Mensch für mich und wird es auch immer bleiben. Ich werde meinen Neffen Kevin nie vergessen. In meinem Herzen ist er immer bei mir. 

  

      

            

                   

 

 

 

    

  

Kevin besuchte gemeinsam mit seiner Zwillingsschwester Mandy den städtischen Kindergarten Jahnstraße in Eschweiler. Am liebsten spielte er mit seinen Freunden, Cedric, Marc und Dennis. Zu seinen Lieblingsbeschäftigungen gehörten bauen, basteln, schwimmen und turnen. Zu seinen Kindergärtnerrinnen Frau Bellen und Frau Bergrath hatte er ein inniges Verhältnis.

 

 

  

Grundschule 

    

Hauptschule

 

    

Kevin besuchte die evangelische Grundschule Stattmitte in Eschweiler. Er ging zwar gerne zur Schule,

war jedoch nicht gerade einer der besten Schüler.

Bei seinen Mitschülern war Kevin sehr beliebt.

Seine Lehrer sahen in ihm einen lebenslustigen, freundlichen und hilfsbereiten Schüler. Später auf der Hauptschule galt er als zugänglicher, kontaktfreudiger Schüler, der manchmal temperamentvoll und manchmal versonnen war.

Für die jüngeren Schüler fungierte Kevin als Vorbild. Er übernahm die Patenschaft für die 5-Klässler und begleitete sie zu Klassenausflügen.

In seinem letzten Jahr war Kevin Schülersprecher. Er setzte sich sehr für seine Mitschüler ein. So eröffnete er zusammen mit dem Hausmeister das Schulkiosk. Für dieses Projekt setzte er sich auch in seiner Freizeit ein, in dem er Einkäufe für das Kiosk erledigte, die Arbeitseinteilung plante und die Abrechnung durchführte.

 

 

 

    PDF Datei

 ..... Fernsehbericht über die Ausbildung

 

    
Kevin machte eine Ausbildung als Fahrradmonteur bei der Fa. Henrotte in Eschweiler. Diese Stelle bekam er, da er während der Schulzeit ein Praktikum in diesem Betrieb absolvierte und dort durch seinen Ehrgeiz, sein Geschick und seinen Spaß an der Arbeit überzeugte. Er hatte zu allen Kollegen und zu seinen Vorgesetzten ein gutes Verhältnis. Besonders Frank mochte er sehr gerne.