Fünf Jahre ohne Dich!

 

 
Dieses Jahr traf mich der Todestag von Kevin mit voller Wucht. 5 Jahre man weiß es und doch war es dieses Jahr noch mal schlimmer….
 
Wie jedes Jahr suchte ich schon im Januar im Internet nach Hinweisen, ob und in welchem Umfang Demos und ein Bürgerfest geplant sind. Doch ich fand nichts. Im Februar ließ ich dann von unserem Anwalt nachfragen ob bei der Polizei schon Anmeldungen eingegangen wären, doch auch dort war noch nichts verzeichnet. (Ich weiß dass man mit solchen Anmeldungen bis zur letzten Minute warten kann) Trotzdem, ein Hoffnungsschimmer...
Dann las ich dass der Polizeipräsident die Demos verbieten will.
Wieder Hoffnung…
Monate vor Kevins Jahrestag stehen wir schon immer unter großer Anspannung.
Hoffnung dieses Jahr wird es anders. Bangen, das es wieder so schlimm wird.
 
Dieses Jahr kam noch hinzu das meine Schwester im Alter von nur 34 Jahren plötzlich und völlig unerwartet Ende Januar verstarb, sie ist das zweite Kind das meine Eltern zu Grabe tragen mussten (Vor 15 Jahren nahm mein Bruder im Alter von nur 31 Jahren sich das Leben).
Wir leben immer wieder in einer schlimmen Zeit, die Trauer meiner Eltern, das Begräbnis meiner Schwester, die Gedanken bei Kevin und meinem Bruder und die zusätzliche Belastung um Kevins Todestag.
 
 
Und dieses Jahr haben wir wirklich bis zum letzten Tag gehofft, dass wir die Zeit um den 4.4 ganz für unsere Trauer haben, das wir in Ruhe an Kevin und diese schreckliche Tat denken können. Immer wieder stand ich mit dem Seelsorger der Polizei in Kontakt, der mir freitags am 5.4 erst mitteilen konnte, das der geplante Fackelmarsch nicht stattfinden wird. Samstagmorgen konnte er uns dann endlich auch mitteilen, dass die geplante Demo “ Die Rechten“ verboten ist.
 
 
Warum hört das nicht auf? Warum werden wir jedes Jahr aufs Neue noch zusätzlich so belastet?
 
Wie viele Menschen die dort mitwirken haben selber Kinder. Sind Vater oder Mutter, Bruder oder Schwester.  Könnt ihr diese Belastung für uns, wirklich nicht erahnen?
Stellt euch doch mal vor, ihr verliert ein Bein und mühsam baut ihr euch eine Prothese die euch hilft wieder zu gehen. Doch immer wieder sind dort Menschen die diese Prothese sabotieren, euch Steine in den Weg werfen und immer wieder liegt ihr am Boden…
Laufen werden wir nie mehr lernen den das fehlende Bein an unserem Körper schmerzt immer und fehlt uns immer. Aber das Recht in Ruhe zu Trauern, das haben wir und werden  uns das auch in Zukunft nehmen.
 
In den letzten 5 Jahren haben wir viele Stationen durchlaufen, vieles als schlecht und manches als recht gesehen und nicht immer lag ich mit meiner Meinung richtig. Heute weiß ich, das unser Kevin von den Menschen die ihn lieben nie vergessen wird. Kevin wird von jedem einzelnen von uns immer ein sehr wichtiger Teil unseres Lebens sein.
 
Eines ist mir in diesem Jahr klar geworden, wir werden nicht tolerieren das unser Sohn Kevin weiter für irgendwelche perfide Politische Zwecke benutzt wird.
 
ES REICHT…
 
Unser Wunsch und unser Recht ist es, das wir am kommenden Todestag einfach nur um unser Kind trauern können und mit unseren Gedanken ganz bei ihm sein dürfen ohne nach rechts oder links sehen zu müssen und dafür werden wir als Familie auch einstehen.