Ein Jahr ohne Dich

 

Als ich vor acht Monaten diese Homepage gestaltete, tat ich dies um Kevin auf diese Art am Leben zu halten und um vielen Menschen die Möglichkeit zu geben Kevin  kennen zu lernen.

Hinzu gekommen ist heute, dass ich den Menschen zeigen möchte, was Gewalt auslöst.

Mit dem Tod meines Kindes bin auch ich gestorben. Mit den Beinen berühre ich zwar noch die Erde, doch mit meiner Seele und mit meinem Herzen bin ich bei ihm.

Die Menschen können sich wahrscheinlich besser vorstellen, wie es ist ein Bein zu verlieren und mit diesem Verlust und dem Schmerz täglich leben zu müssen. Als was es bedeutet ein Kind zu verlieren. Der Schmerz und der Verlust ist Bestandteil meines täglichen Lebens. Es ist Nichts da, was Kevin ersetzen kann. Täglich muss ich mit der Sehnsucht zu meinem Kind leben und muss doch als Mutter für Mandy und Tobias zu 100% das sein. Auch wenn ich mein bestes gebe, war es im letzten Jahr oft nicht genug. Oft stehen sie mit allem alleine da. Die beiden haben nicht nur ihren Bruder verloren. Nein, Mandy hat einen Teil von sich selbst und Tobias eine unbeschwerte und glückliche Kindheit verloren.

 

Die rechten Gruppierungen haben bis 2018 Demos in Stolberg zum Todestag unseres Kindes angemeldet, 1500 Flyer  wurden von ihren Anhängern in Köln mit dem Foto unseres Kindes verteilt. Der Bürgermeister von Stolberg gestaltet  dieses Jahr als gegen Demo ein politisches Volksfest.

Wie wir uns als Familie fühlen interessiert niemanden, wie unerträglich dieses Verhalten  für unsere Kinder ist, ist diesen Menschen egal.

Seid einem Jahr habe ich das Gefühl ständig gegen alles Kämpfen zu müssen. Immer wieder müssen wir dieselben Lügen lesen. Die Medien berichten von einer zufälligen Begegnung, von einem Bekannten aus dem Freundeskreis.

Es war keine Zufällige Begegnung. Drei von ihnen haben Kevin zwar zuerst zufällig an diesem Abend gesehen, aber es wurde kein Wort zwischen ihnen gewechselt. Aus reiner Langeweile oder reiner Lust auf Stress wurde erst ein Freund und dann Josef A. angerufen. Als dieser Gruppe dann komplett war machten sie sich auf die Suche. Wo kann man da von Zufällig reden. Sie haben ihn gesucht. Josef A kannte unseren Sohn auch nicht persönlich und  einem gemeinsamen Freundskreis gab es auch nicht

Wir würden gerne mit jedem anderen der seine Kinder noch bei sich hat tauschen! Keiner hat uns gefragt, ob wir dieses Leben wollen. Oder würde einer von euch mit uns gerne tauschen? Warum last ihr Kevin nicht endlich in Frieden ruhen?

 

Hallo mein Schatz

 

Ein Jahr ist es her, seid du nicht mehr bei mir bist. Die Sehnsucht nach dir wird mit jedem Tag größer, denn ich merke, egal wo ich bin du bist nicht mehr da. Alles hat sich verändert und Nichts ist mehr wie es war.

Neulich kam mir ein junger Mann auf einem Fahrrad entgegen. Er trug einen Blaumann genau wie du, als du noch in der Ausbildung warst. Im ersten Moment hatte ich das Gefühl, du kämst auf mich zu gefahren. Mir blieb fast das Herz stehen. Wie oft habe ich dich so gesehen?  Fast täglich wenn ich Papa von der Arbeit abholte, kamst du in deiner Pause lächelnd auf mich zu geradelt. Ich sehe dieses Bild noch so deutlich vor mir Kevin.

Dann ging ich vor ein paar Tagen mit Mandy  und Timo durch die Stadt. Timo ist wirklich groß geworden in diesem Jahr und aus den Augenwinkeln sah ich die beiden neben mir. Es war für eine Sekunde so schön, dieses Gefühl das Mandy und du neben mir gehen würdet. Für eine Sekunde war ich wirklich noch mal Glücklich. Mein Gott Kevin, du fehlst mir so sehr!

Wenn ich bei Tobias in der Schule bin, sehe ich dich immer noch in der Aula. Wie du auf euerer Abschlussfeier dort mit dem Mikrofon in der Hand stehst und die Aufführungen moderierst. Du sahst so toll aus in deinem weißen Anzug und hast das alles mit so einer Selbstsicherheit gemacht. Ich war so Stolz auf dich. Ja, dein weißer Anzug, er hängt immer noch in deinem Schrank. Dein Zimmer ist noch genauso wie vor einem Jahr. Deine Gesichtsmasken, Cremes und Parfüms, alles steht noch genau an seinem Platz. Dein Stundenzettel für die Arbeit, du hattest ihn schon für die kommende Woche ausgefühlt und dein Meister hätte ihn nur noch unterschreiben brauchen. Jetzt liegt er seid einem Jahr dort, auf deinem Schrank.

Die ersten Wochen bin ich so oft in dein Zimmer gegangen und hab an deinen Kleidern gerochen, nur um das Gefühl zu haben dir ganz nah zu sein. Wie viele schöne Momente haben wir dort gehabt. Weißt du noch, wie du mit Laura und ihrem Cousin Sing-Stars gesungen habt, es hat sich so toll angehört.  Wie oft hab ich auf der Lehne deiner Couch gesessen und wir haben einfach nur geredet. Und jetzt? Die Zeit steht still, es kommen keine neuen  Erlebnisse mehr dazu!

Du durftest nie erfahren dass du zwei Monate nach deinem Tod einen Festvertrag bekommen  hättest und du dir dann endlich dein Auto hättest kaufen können. Du hattest noch so viele Träume. Letzten Herbst wolltest du mit Thomas einmal richtig Urlaub machen. Einfach irgendwo hinfliegen, Party machen und eine schöne Zeit erleben.  Du bist doch noch  nie geflogen, ich versteh das alles nicht Kevin. Mandy bekommt im August ihr Baby. Du wirst zum ersten Mal Onkel und wirst dieses Kind nie in den Armen halten dürfen. Du darfst so vieles nicht mehr erleben, dabei hätte ich dir so gern bei deinem Leben zu gesehen. Doch was bleibt sind nur Erinnerungen!

Kevin du fehlst mir so sehr. Neun Monate durfte ich dich unter meinem Herzen tragen, jetzt trag ich dich für alle Ewigkeit in meinem Herzen.

 

Ich liebe dich

Mama

 

 

Ein Jahr OHNE Dich.

                       

Es ist genau ein JAHR her, als ich Dich das letzte Mal sah Kevin.

                                

 

Ein Jahr, wo wir dich nicht SEHEN konnten.

Ein Jahr, wo wir nicht mit dir REDEN konnten.

Ein Jahr, wo wir nicht deine STIMME HÖREN konnten.

Ein Jahr, wo wir nichts mit dir UNTERNEHMEN konnten.

Ein Jahr, wo wir dich nicht UMARMEN konnten.

Ein Jahr, wo wir nicht dein LÄCHELN SEHEN konnten.

Ein Jahr, wo wir nicht dein PARFUM RICHEN konnten.

Ein Jahr, wo wir beide GEBURTSTAG hatten und ihn nicht so Feiern konnten, wie wir es wollten.

Ein Jahr, wo wir keinmal zusammen FEIERN GEHEN konnten,

Ein Jahr, wo wir uns von Tag zu Tag immer mehr QUALEN mit der Gewissheit, dass du nie wieder zu uns kommst.

Ein Jahr, wo wir uns immer und immer wieder fragen *wie wäre es, wenn es der Sohn einer Familie gewesen wäre, deren Eltern bekannte Menschen (HOHE TIERE) gewesen wäre.“  Wie wäre das URTEIL wohl dann ausgefallen???

Und ein Jahr, wo wir uns von Tag zu Tag immer mehr fragen, warum ER dir dies angetan hat. Vor Gericht hat er doch gesagt für nichts. Kevin für nichts bist du nicht mehr bei uns und kannst nichts mehr mit uns machen, einfach alles weg. Warum hat er es getan, wenn es doch für nichts gewesen ist, warum hat er es nicht einfach sein gelassen???

 

Es ist ein Jahr, Kevin, ein Jahr wo ich dich von Tag zu Tag immer mehr vermisse. Wenn ich abends im Bett liege, gucke ich wie starr an die Decke und bete die ganze Zeit, lass es nur ein Traum sein. Du kannst dir nicht vorstellen wie oft ich dabei dein Gesicht sehe. =(

Es ist komisch, ich lebe zwar weiter, aber anders als zuvor. Es ist so als ob ich in Trance wäre.

Ich weiß noch, der 4.4.08 genau vor einem Jahr. Wir aßen zusammen Spagetti Bolognese und nachher haben wir beide noch zusammen über den nächsten Tag gesprochen, was ich alles holen soll. (da wir bei mir in Aachen feiern wollten). Du hast mir an diesem Tag noch deine rosa Hotpan  geschenkt, da ich sie immer haben wollte und ich habe sie abends zum Schlafen angezogen. *Es war so komisch, als Mama und Papa vor mir standen, als ich mich nachher umgezogen habe, starrte ich die ganze Zeit auf diese Hotpan und wollte es einfach nicht begreifen*. Wie ich mich an diesen Tag noch erinnern kann, es ist so komisch und es schmerzt einfach nur….

Sonst merkte ich mir solche Dinge nie, aber dieser Tag, ist ein Tag den ich nie vergessen werde. =(

Wir leben weiter und du??? Du bist Tod, TOD FÜR NICHTS.

Kevin wir hätten in dem vergangenen Jahr soviel machen können, aber uns wurde alles genommen. Mit jeder Sekunde mehr, die du nicht mehr bei uns bist zerreist mein Herz immer mehr (in Tausend Stücke). Ich vermisse dich einfach so sehr, wir hatten noch so viel vor, aber Er hat uns dies genommen.

Es gibt wirklich keine Sekunde mehr, wo ich nicht an dich denke. Ich lebe einfach nur noch mit dem Gedanken, dass du nicht mehr da bist und kann es trotzdem noch nicht fassen.

Wir haben doch immer alles gemacht, ob in guten oder in schlechten Zeiten du warst immer für mich,  für uns da, selbst wenn wir einmal Streit hatten, auf dich konnte man sich einfach verlassen. Selbst unser Streit, den wir manchmal hatten, selbst ihn vermisse ich. Einfach alles.

Wie wird dieser Tag heute wohl werden??? Ich habe Angst. Angst wieder in die Kirche zu gehen, die ganzen Menschen dort zusehen und zu wissen, wenn du noch da wärst, dass dies alles nicht so ablaufen würde, wie es jetzt ist.

Kevin ich glaube ich werde es nie verstehen, dass du wirklich Tod bist und nie wieder hier bei uns sein wirst…

 

Ich liebe dich mein Schatz.

Deine Schwester Mandy

 

 

Lieber Kevin

 

Vor einem Jahr bin ich dir zum letzten Mal begegnet.                                                                  Vor einem Jahr habe ich zum letzten Mal mit dir geredet.

Vor einem Jahr habe ich zum letzten Mal mit dir gelacht.                                                            Vor einem Jahr haben wir einfach nur ne unbeschwerte Zeit miteinander verbracht.

 Vor einem Jahr war unsere Welt noch  o. k.                                                                                 Doch jetzt tut alles nur noch so schrecklich weh.

 Es kam der 4.4.2008,                                                                                                                        dieser Tag hat uns nur Pech in unser Leben gebracht.

 Du musstest auf brutalste Weise und völlig unschuldig sterben.                                                 Seit diesem Tag liegt unsere Welt in Scherben.

 Kevin du wurdest uns genommen.

 Ein Mensch den wir lieben.                                                                                                          Trauer, Schmerz und Verzweiflung ist das, was wir fühlen.

Das einzige, das meine Kraft aufrechterhält,
ist das wir uns irgendwann wieder sehen, in deiner Welt.

 Du warst einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben,                                                         du hast mir so  viel gegeben.

Deine  Lebensfreude, deine Hilfe und dein Vertrauen.
Ich konnte immer auf dich bauen.

In vielen wichtigen Momenten in meinem Leben warst du da.
Mit dir diese Momente zu teilen, war einfach wunderbar.

Zu sehen, was du in deinem Leben schon alles erreicht hast,                                                         hat mich immer sehr glücklich gemacht.

Du hast in meinem Herzen immer einen ganz besonderen Platz.
Du bist der beste Neffe, den man sich wünschen kann und für dich gibt es keinen Ersatz.

Ich war immer sehr stolz auf dich.

Kevin ich vermisse dich.

In Liebe

Tanja

 

 

 

Lieber Kevin!

 

Am 25.12.2008 wurde deine Großcousine Ashley geboren. Während ich im Wartezimmer saß, kam Dominik nach 10 Minuten aus dem Kreissaal gerannt. Kevin ich hatte so ne Angst in diesem Moment und habe gedacht, dass irgendwas nicht in Ordnung wäre, dabei hatte Dominik einfach nur dein Bild vergessen, denn du solltest ja bei der Geburt von Ashley dabei sein. Nach knapp drei Stunden kam Dominik richtig stolz aus dem Kreissaal und hat mir erzählt, das die kleine gerade geboren wurden ist. Du hättest sein Gesicht sehen müssen er war richtig stolz und du warst bei ihm genauso wie er es sich vorstellt hatte. Das erste als wir zusammen in den Kreissaal gingen war, dass ich ihn mit dir und Ashley Fotografieren musste, es ist ein richtig schönes Bild geworden, was wir nachher auch an deinem Grab hingestellt haben. Dominik war dir so dankbar, dass du bei der Geburt so gut auf Ashley und Susanne aufgepasst hast und das alles zu gut verlaufen ist.

Du fehlst uns allen so sehr. Patti´s neue Wohnung ist ganz bei dir in der Nähe. Jeden morgen wenn er aufsteht, öffnet er das Fenster, streckt seine Hand in deine Richtung und begrüßt dich. Du kannst dich ja bestimmt noch an den Schwingstuhl von Patti erinnern, wo du so gerne drin gesessen hast, der steht jetzt bei Patti am Bett, damit immer ein teil von dir bei ihm wenn er schläft. Du fehlst ihm richtig Kevin.

Dennis hätte dich so gerne mehr als nur ein paar mal im Jahr gesehen, auch wenn ihr nicht gerade viel Kontakt hattet, hängt Dennis sehr an dir und kann es nicht begreifen. Er hätte so gerne mehr mit dir gemacht. Oft erzählt Dennis Mandy, dass er dich gerne auf seinen 16 Geburtstag mit ins Klejbors genommen hätte und du ihm dann zeigen dürftest, wie man Mädels anmacht. Dennis ist einfach nur Traurig und verletzt, dass du nicht mehr bei ihm bist.

Axel mochte dich richtig gut leiden, ihr beiden hattet immer viel Spaß mit einander besonders, wenn du dich über Axels Auto lächerlich gemacht hast. Axel tat zwar immer so als ob er beleidigt wäre, aber in Wirklichkeit fand er es selber witzig. Ich kann mich noch an das bild von euch vier erinnern, als ihr immer zusammen Fußball geguckt habt, heute sitzen die drei immer alleine da, aber ein Bild von dir hängt immer am  Fenster und ne Flasche Bier steht auch dabei.

Du weist nicht wie sehr du uns allen fehlst, ich vermisse es, dass du uns nicht mehr besuchen kommst und deine liebevollen Umarmungen.

Ich war immer so froh und dankbar, dass du mich besuchen gekommen bist. Ich würde so gerne noch einmal mit dir reden. Weist du noch als wir beiden mit den Köpfen zusammen geknallt sind Kevin, selbst dafür würde ich alles geben um dies noch einmal mit dir zu machen. Ich bin einfach so unendlich dankbar dafür, dass ich dich an deinen Todestag angerufen habe, dein  lachen und deine Stimme noch einmal hören durfte. Heute kommt es mir so vor als ob ich mich an diesen tag von dir verabschiedet habe.

Lieber Kevin, das ein Wunsch von dir in Erfüllung gegangen ist weißt du sicher und was mir die wenige Zeit die wir zusammen hatten bedeutet, wissen heute nur wir beide. Danke für diese Zeit.


In Liebe

Deine Gerda

Du warst es wert, so sehr geliebt zu werden und bist es wert,

das so viel Traurigkeit geblieben ist.