Zwei Jahre ohne Kevin

 

Zwei Jahre… es ist so unvorstellbar. Auch wenn ich es immer noch nicht wahr haben möchte und nie akzeptieren werde, wird mir langsam klar, daß es wirklich so ist. Zwei Jahre ohne Kevin und doch ist er immer und überall, zu jeder Zeit und an jedem Ort bei mir.

Das erste Jahr hab’ ich wie in Trance erlebt, geschockt, verzweifelt, wütend und immer wieder gekämpft. Das zweite Jahr ist eine große Leere in mir entstanden,  eine Leere die doch überflutet ist mit diesem wahnsinnigen  Schmerz der Sehnsucht zu meinem Kind.

Ich kann nicht sagen wo die Zeit geblieben ist. Sie läuft einfach und irgendwie merkt man nicht, dass die Welt sich weiter dreht.

Dieses Jahr habe ich eigentlich nur damit verbracht an Kevin zu denken. Man redet, erledigt Dinge und ist doch in Gedanken nur bei ihm.

Als er noch bei mir war konnte ich ihn jederzeit anrufen und fragen: „Wann kommst du nach Hause?“ oder einfach nur mal hören ob es ihm gut geht. Doch jetzt? Ich weiß nicht wo er ist oder ob es ihm gut geht. Möchte er nach Hause? Leidet er wie wir? Oder denkt er:“ Mama, mach dir doch keine Sorgen, mir geht es doch gut?“ Dann denke ich, das kann nicht sein, er hat so gerne gelebt. Wie soll es ihm da gut gehen…?

Und doch hoffe ich so sehr, das es nach dem Tod nur noch glückliche Gefühle gibt. Das Kevin nicht weiß wie sehr wir leiden. Daß er von all den bösen Worten und Dingen, die Einige hier tun, nichts mit bekommt.

Ich weiß, Kevin wartet in der Ewigkeit auf mich, auch wenn ich jetzt noch nicht zu ihm kann.

Denn wir haben noch zwei Kinder, die wir genauso lieben wie Kevin. Ihnen wird soviel genommen und ich kämpfe mit jedem Tag, für ein wenig Glück für die Beiden.

Sie gehen einen solchen Leidensweg und ich möchte euch Beiden an dieser Stelle sagen: “Wir sind sehr Stolz auf euch und glücklich noch zwei so wunderbare Kinder bei uns zu haben.“

Wir wissen, daß wir oft viel von euch abverlangen und der Weg den ihr mit uns geht euer ganzes Leben verändert und hart gemacht hat…

Unsere Liebe zu euch ist unermesslich!!!

 Leider wird die Rechte Szene auch dieses Jahr in Stolberg ihre Show abziehen, wieder haben sie Flugblätter verteilt, Aufkleber und T-Shirts bedruckt. Ja, sogar ein Video wurde zu Werbezwecken veröffentlicht. Es ist eine bodenlose Frechheit was diese Unmenschen sich raus nehmen! Auf den Plakaten und den Aufklebern ist das Gesicht meines Kindes abgebildet.

Und auch wenn sie offiziell ihre Lügen immer wieder zurückgenommen haben, sind in Internet- Foren immer wieder dieselben Lügen zu lesen.

Wenn sie Kevin gekannt hätten, wüssten sie, daß Kevin nie zugelassen hätte daß seine Familie leidet. Doch sie fügen uns zu unserem Schmerz immer wieder neues Leid zu…

Kevins Mörder hat jetzt ein Drittel „SEINER HAFTSTRAFE“ hinter sich. Das heißt, vielleicht auch schon die Hälfte, bei guter Führung ist Josef Ahmad in zwei Jahren ein freier Mörder.

Wie ich damit umgehen soll weis ich nicht. Der Gedanke, daß dieses Subjekt sein Leben leben darf macht mich krank.

 

 

 

Manchmal möchte ich schreien…

dieses Gefühl überkommt mich immer öfter…

 vor tiefster Trauer und unendlicher Sehnsucht…

meinen Schmerz heraus schreien…

ganz laut nach DIR, mein Kevin, schreien…

in der Hoffnung DU kannst mich dann endlich hören

und ich wünsche mir so sehr eine Antwort von DIR…

Doch ich kann nicht schreien,

es geht nicht, kein Ton kommt heraus,

…und mein Herz weint weiter leise,

das Loch, in dem ich mich befinde, ist bodenlos...

Die Einsamkeit, die Sehnsucht und diese Ungewissheit…

 was kommt danach und geht es DIR gut??… zerfressen mich.

Kevin mein Großer:

 ICH brauche DICH!!!

Kannst du meine stummen Schreie hören???

 

Hallo mein Schatz

 

Zwei Jahre sind vergangen, zwei Jahre in denen ich nur in Gedanken bei dir sein durfte.

Du fehlst mir so unendlich Kevin.

Deine stille Art, dein lieber Blick. Ich vermisse es, morgens in dein Zimmer zu kommen, um Dich zu wecken. Deine Art sich zu bewegen oder das Gefühl, daß Du neben mir im Auto sitzt. Deine laute Musik, über die ich mich oft geärgert habe. Wie sehr würde ich mich heute darüber freuen,  immer wieder in dein Zimmer zu kommen um Dir sagen zu müssen: “Mach bitte die Musik leiser.“

Deine Worte wie:“ Muddi“, “Minge“, “ Hallo Digger“ oder “Wat is hier loss“. Tobias sagt jetzt manchmal genau diesen Satz, genau in deiner Tonlage. Beim ersten Mal nahm es mir die Luft zum Atmen und ich saß im Schlafzimmer und weinte. Papa war gerade in der Küche, ihm ging es genauso wie mir. Heute wünsche ich mir Tobias würde es ständig sagen, nur damit ich das Gefühl habe Du bist wieder hier. Manchmal,  wenn Tobias verlegen ist, lächelt er wie Du. Es sind Dinge, die ihm nicht bewusst sind, doch für mich sind sie so unheimlich wertvoll. Für einen kurzen Moment lebt ein Teil von Dir auf.

Überall sehe und spüre ich Dich Kevin, nur berühren kann ich Dich nicht mehr… 

Wie Du sicher weist, hat deine Schwester vor 8 Monaten ihr erstes Baby bekommen. Felix-Kevin, auch in ihn sehen wir Dich manchmal wieder. Du hättest Dich bestimmt sofort in ihn verliebt, Kevin. Er ist so süß und lacht mit Jedem.

Bei seiner Geburt blieb sein Herz plötzlich stehen und bei Mandy musste ein Not-Kaiserschnitt gemacht werden. Die Krankenschwester sagte mir später, Mandy hätte immer wieder deinen Namen gesagt und dann, „Ich sehe Kevin. Kevin ist hier“.

Ich erzählte ihr dann was passiert ist, sie war sehr erschüttert und sagte: “Jetzt verstehe ich alles.“

Ich habe in dieser Nacht solche Angst um deine Schwester gehabt und als sie später aufwachte, erzählte sie mir, daß sie Dich gesehen hat und Du bei ihr warst. Mandy ist davon überzeugt, daß Du Felix-Kevin ins Leben geholfen hast.

Danke, mein Schatz. Wieder einmal hast Du uns geholfen… 

Warum konnten wir Dir nicht helfen? Warum war in dieser verdammten Nacht keiner von uns bei Dir?

Warum Kevin? Ich würde so gern mein Leben hergeben und Dir vom Himmel aus bei deinem Leben zusehen. Zwei Jahre hast Du schon verloren, zwei Jahre in denen Du soviel hättest erleben können…ZWEI JAHRE – Ich begreife nicht, WARUM?

In meinem Herzen trage ich Dich immer mit mir, wo ich bin - bist auch du. Ich vermisse Dich so sehr und bin doch dankbar, dass ich Dich einen Teil deines Lebens begleiten durfte. Es gab doch noch soviel zu sagen, soviel zu erleben. Die Zeit blieb uns leider nicht. Jetzt sprechen nur noch unsere Gedanken miteinander.

 

Ich werde mein ganzes Leben von dir Träumen,

meine Gedanken und mein Sein sind immer bei dir

 

Ich liebe Dich

Mama

 

Warten auf Dich...

Wie mag es wohl aussehen,
da wo Du jetzt bist?
Dass Du irgendwo sein musst,
das weis ich,
denn manchmal
bist Du auch bei mir.
Ganz leise schleichst Du Dich
in mein Herz hinein.
Dann geht es mir für einen Moment gut.
So gut wie es mir damals immer ging,
wenn Du bei mir warst.
Aber es tut auch weh,
wenn ich daran denken muss,
dass wir nicht einmal
Abschied nehmen durften.
Viel zu plötzlich, unerwartet
bist Du aus Deinem und meinem Leben
so grausam gerissen worden.
Dabei hätte ich Dir so gerne noch gesagt,
dass ich Dich lieben und vermissen werde,
dass mir deine Liebe fehlen wird,
dass mich dein Lächeln nicht mehr wärmen wird,
Doch genieße ich auch die Momente,
die Du bei mir bist,
weis ich doch,
dass Du mich hören kannst,
wenn ich Dir leise sage:

Bis ich endlich bei Dir bin,
werde immer darauf warten,
dass Du mich hin und wieder besuchst
und Dich ganz leise
in mein Herz schleichst.

Danke

 

So manchen Freund haben wir in den letzten zwei Jahren dazu gewonnen…

 Ich möchte mich bei Allen bedanken, die in den letzten zwei Jahren immer an unsere Seite geblieben sind. Die trotz der Trauer, Wut und Verzweiflung, die oft in unseren Gesprächen sind, den schweren Weg immer wieder zu uns finden. Die gerade an ganz besonders schweren Tagen uns nicht allein lassen...

 Danke Sabine, daß Du hartnäckig genug warst und mich so ertragen hast wie ich jetzt bin. Ich weiß, das dies nicht immer einfach ist…

 Danken möchte ich auch all den Menschen, die durch ihre Einträge in Kevins Gästebuch und e-Mails an uns ihre Anteilnahme zum Ausdruck bringen.

Es ist für uns so wichtig zu sehen, daß Kevin nicht vergessen wird…

 Ganz besonders bedanken möchte ich mich bei meiner Schwägerin Gerda, die durch ihre Liebe zu Kevin, mir mit Rat und Tat immer zur Seite steht.  „Du bist für mich zu einem sehr wichtigen Teil in meinem Leben geworden“.

 

 

Enttäuschungen

 

Nach zwei Jahren weiß man dann wer zu einem gehört und wer nicht. Wir haben nicht nur Freunde und Bekannte verloren, nein auch innerhalb in der Familie sind wir schwer enttäuscht worden. 

Eine so genannte „Freundin“ hat sich von ihrer wahren Seite gezeigt. Ich wusste schon vorher wie falsch und hinterhältig sie ist, eben ein Mensch der vom Neid zerfressen ist. Aber das sie selbst beim Tod meines Kindes ihre fiesen Spielchen spielt, hat mich dann doch so manche Nacht nicht schlafen lassen….

Von anderen Freunden habe ich mich wiederum abgewandt. Nicht weil ich sie nicht mehr mag, sondern weil ich mit meinem alten Leben heute ohne Kevin auch nichts mehr zu tun haben möchte. Manche von euch sagen:

„Das Leben geht weiter“

Damit meint ihr aber euer Leben. Mein Leben hat mit dem Tag geendet, an dem ich sah wie mein Kind tot in einem Sarg lag…

Ich weiß, ihr meint es nicht böse, aber glaubt ihr wirklich wenn euer Kind stirbt, könntet ihr euer altes Leben fröhlich und glücklich weiter leben, Partys und Feste feiern?

Die schlimmeren Enttäuschungen sind allerdings innerhalb der Familie. Bei manchen hat man das Gefühl: „Man redet erst gar nicht drüber und schon ist alles gut. “Keinem von euch ist bewusst, daß es nicht mehr gut werden kann.

KEVIN IST TOT !!!

Dann gibt es aber auch DIE, die meint sich durch den Tod meines Kindes in den Mittelpunkt zu stellen.

!!(Es ist widerlich und ich könnte an dieser Stelle wirklich kotzen)!!

Sie hat Jahrelang so gut wie kein Interesse oder Kontakt zu meinem Kind gehabt und nahm den Tod meines Sohnes, um bei anderen Menschen Mitleid zu bekommen und schreckte selbst vor Lügen nicht zurück und als meine Tochter ihr das ins Gesicht sagte, drohte sie meinem Kind noch Schläge an.

Ich könnte über das unverschämte und krankhafte Verhalten dieser Frau ein Buch schreiben, aber so wichtig ist sie mir dann doch nicht mehr…

 

 

SO GEHT ES MIR



"Wie geht es dir?" werde ich gefragt.
"Es geht so." habe ich gesagt.

Zu sagen wie`s mir wirklich geht,
kein Wort beschreibt, wie`s um mich steht.

Ich bin verloren und so leer,
bin allein, hab DICH nicht mehr.

Ich würde alles tun für DICH,
und ganz gewiss, auch DU für mich.

"Ich hab dich lieb!" hab ich gesagt,
"was immer auch geschehen mag.“

Nun hat er DICH mir genommen,
Warum musste es so kommen?

Ich weiß es nicht und bin allein,
Ich möchte nur noch eines: Schrein!

Schrein, weil ich Dich so sehr vermisse,
Dich nicht mehr halte, trage, küsse.

Ich bleib zurück auf dieser Welt,
Ohne DICH, der mir so fehlt.

Die Liebe, die hört niemals auf,
Wenn ich dann gehe, freu ich mich drauf.

"Ich liebe dich." sagt man so hin,
Für mich hat es einen tiefen Sinn.

Was ich verlor, dass weiß ich wohl,
Mein Herz ist leer und hohl.

Es wurde mir das Liebste genommen,
Und Du kannst nicht einfach zu mir kommen.

Die Sehnsucht quält mich bei Tag und bei Nacht,
WARUM hat ER das gemacht gemacht?

Ein Teil von MIR, der ging mit DIR,
Ein Teil von DIR, der bleibt bei MIR.

Wie soll ich leben ohne DICH?


--- Ich weiß es nicht! ---

…..grenzenlos ist meine Liebe zu Dir

          …..unendlich ist mein Schmerz